Enter the Threshold – Rotunde Bochum

Im Herbst 2011 ging die Ausstellung »Enter the Threshold II« in die zweite Runde. Die Fortführung der im Galerienhaus Stuttgart etablierten Ausstellungsreihe zum Thema »Raum« bezog vom 26. November bis zum 10. Dezember 2011 den Alten Katholikentagsbahnhof Bochum. Dort überraschte sie ihre Besucher mit einer wilden Komposition aus Werken der Fotografie, des Films und installativen Arbeiten, gepaart mit klassischer Malerei und Skulptur. Kreiert wurde diese besondere Schau von jungen Ausstellungsmachern, welche sie gemeinsam mit 16 Nachwuchskünstlern der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, der Freien Akademie der bildenden Künste Essen und der TU Dortmund umsetzten.

Die Ausstellung »Enter the Threshold II« lud dazu ein, eine »Schwelle« zu überschreiten und sich in einen Schwellenraum zu begeben. Hierfür wurde die Schau von der Galerie in einen Offspace verfrachtet. Hatte man in der vorangegangen Ausstellung in Stuttgart zunächst, die Grenzen der Galerie abgetastet, so bemühte man sich nun in Bochum, die Kunstwerke in Einklang mit der Eigendynamik eines historischen Gebäudes zu bringen. Schon beim Betreten des »Alten Bochumer Bahnhofs« versetzte sein morbider Charme die Besucher in eine andere Welt, eine Welt voller Spuren. In dieser anderen Welt gingen die Kunstwerke eine spannungsreiche Symbiose zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Alltags- und Kunstraum ein. Auf diese Weise wurde nicht allein durch das thematische Konzept der Ausstellung sondern gerade auch durch den Ausstellungsraum ein einzigartiger Schwellenraum generiert, der sich je nach Ort wandelt und in dieser Form nur einmal zu sehen war.

 

Mit: Roland Baege / Sarah Blümel / Martina Geiger-Gerlach / Dominik Geis /
Sibylle Gsottschneider / Andrea Éva Györi / Inka ter Haar / Christine Jetter /
Alex Kern / Valentin Leuschel / Marian Mayland & Evelina Velkaite /
Madlen Michler / Lena Münch / Peter Strehle / Astrid Wilk / Thomas Zubrod.

Kuratiert von: Lea Dannenhauer / Sarah Hilse / Ralf Raßloff / Christina Reusch.

 

»Sich auf der Schwelle« bewegen meint die Möglichkeit, die Anwesenheit eines Innen und Außen in gleichem Maße wahrzunehmen. Denn mit der Schwelle im Sinne einer Grenzlinie geht hier ein eigenständiger Raum – Zwischenraum – einher, der gleichsam miteinander verbindet, was er voneinander trennt. Im Motiv der Schwelle grenzen die beiden gegensätzlichen Pole nicht nur aneinander, sondern spannen einen wahrnehmbaren – ja sogar betretbaren – Raum zwischen sich auf. Eben diese Schwellenräume erfahrbar zu machen, war das Ziel der Ausstellungsreihe »Enter the Threshold«.

 

Der Stuttgarter Künstler Thomas Zubrod hat für die Ausstellungsräume des Galerienhaus Stuttgarts speziell diese großformatige Glasarbeit angefertigt.
Glasarbeit: oT (2011) von Thomas Zubrod / Galerienhaus Stuttgart

 

Das Ausstellungsprojekt gab jungen Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, wichtige Ausstellungserfahrungen außerhalb der Akademien zu sammeln. Dabei fand der erste Teil der Ausstellung  in den etablierten Räumen des Galerienhaus Stuttgart statt. Im zweiten Schritt wanderten die Werke in einen »Offspace«. Mit dem Katholikentagsbahnhof Bochum werden die teilnehmenden KünstlerInnen der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, der Freien Akademie der Bildenden Künste Essen, sowie der TU Dortmund mit einer neuen und speziellen Raumsituation konfrontiert, die statt des neutralen »Whitecubes« selbst eine starke Ausdruckskraft inne hat und damit die Möglichkeit einer enorm spannungsreichen Beziehung zwischen Innen und Außen liefert, die den Schwellenraum für den Betrachter noch deutlicher zu Tage treten lässt.
Alter Katholikentagsbahnhof
Konrad-Adenauer-Platz 3 44787 Bochum
Öffnungszeiten: Do, Fr, So 15 – 20 Uhr, Sa 14 – 24 Uhr

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